Umweltbereiche

Bauabfälle

Bauabfälle sind Abfälle, die bei Neubau-, Umbau- und Rückbauarbeiten von ortsfesten Anlagen anfallen. Sie werden verbrannt, stofflich rezykliert oder deponiert. Bauabfälle und Rückbaustoffe stellen aktuell den grössten Massenstrom an Abfällen im Kanton Zürich dar. Er wird auf über 3 Millionen Tonnen pro Jahr geschätzt.

Rückbaustoffe
fallen bei Bau- oder Rückbauarbeiten an. Sie können entsprechend ihren Eigenschaften und Zusammensetzungen (z.B. mineralische Rückbaustoffe oder Metalle) verwertet werden.

Bauabfälle in Baugesuchen

Mit Inkrafttreten der Abfallverordnung Anfang 2016 müssen Baubewilligungsgesuche Auskunft geben über die anfallenden Bauabfälle, deren Schadstoffbelastung sowie deren Entsorgung. Damit sollen Mensch und Umwelt, aber auch die Verwertung von Rückbaustoffen vor schädlichen Einwirkungen geschützt werden.

Weitere Informationen betreffend Angaben zur Entsorgung von Bauabfällen in Baugesuchen.

Rückbau

Beim Bau oder Rückbau von Bauwerken im Hoch- und Tiefbau fallen grosse Mengen verschiedener Materialien an.

Werden Bauwerke konsequent und fachgerecht zurückgebaut, so fallen zum grösste Teil Stoffe mit mineralischem Ursprung an. Diese können nach einer Aufbereitung wieder als Baustoffe (Rohstoffe) eingesetzt werden. Diese Fraktion wird darum auch den Rückbaustoffen zugeordnet. So wird z.B. Beton- und Mischgranulat für die Herstellung von Beton eingesetzt und Asphaltgranulat für die Herstellung von Asphaltbelag.

Der restliche Teil, die Bauabfälle, werden in Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) thermisch verwertet (verbrannt) oder auf Deponien abgelagert.

Für Bautätigkeiten, bei denen erhebliche Abfallmengen anfallen, sollte bereits in der Projektphase ein Entsorgungskonzept nach SIA-Empfehlung 430 (SN 509 430) erarbeitet werden. Das gehört zur Grundlage für Ausschreibungen und Werkverträge.

Was und was nicht?

Bauschutt

Bauschutt ist der verwertbare, mineralische und mengenmässig wichtigste Teil der Materialien, die bei Bau- und Rückbauarbeiten anfallen. Dazu gehören beispielsweise Betonabbruch, Ziegel, Mauerabbruch und Strasseaufbruch (Beläge). Diese mineralischen Rückbaustoffe werden in die Fraktionen Ausbauasphalt, Strassenaufbruch, Betonaufbruch und Mischabbruch eingeteilt.

Bausperrgut

Bausperrgut sind Bauabfälle, die nicht dem Aushub, dem Bauschutt bzw. den Rückbaustoffen oder den Sonderabfällen zugeordnet werden können. Sie enthalten verschiedene Materialien wie Holz/Altholz, Metalle, Kunststoffe und wenige mineralische Anteile. Man kann Bausperrgut noch weiter aufteilen in verwertbare und nicht verwertbare Abfälle.

Sonderabfälle

Auch beim Bau und Rückbau fallen Sonderabfälle an. Das sind Bauabfälle, die aufgrund ihrer chemischen und physikalischen Eigenschaften eine besondere Gefahr für die Umwelt darstellen und deshalb speziell zu behandeln sind.

Entsorgung asbesthaltiger Abfälle

Das Merkblatt «Entsorgung asbesthaltiger Abfälle» enthält Informationen zum Rückbau (Gebäudecheck) und zur Art bzw. der Klassierung anfallender Abfallfraktionen und deren Entsorgungswege.

Der ausführlichere Bericht zur «Entsorgung asbesthaltiger Abfälle» vermittelt Grundlagen und informiert über Messungen auf Abfallanlagen.

Zuständigkeit & Finanzierung

Für eine umweltgerechte und korrekte Entsorgung von Bauabfällen sind die Inhaberinnen und Inhaber zuständig (Verursacherprinzip).

Gemäss Art. 12 und Art. 17 der Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen (Abfallverordnung, VVEA) müssen Bauabfälle getrennt und möglichst weitgehend der Wiederverwertung zugeführt werden. Die Behörde kann eine weitergehende Trennung der Abfälle auf der einzelnen Baustelle verlangen, wenn dadurch zusätzliche Anteile der Abfälle verwertet werden können.

Zwei Richtlinien der Bundesamtes für Umwelt (BAFU) regeln einerseits die Verwertung, Behandlung und Ablagerung von Aushub-, Abraum- und Ausbruchmaterial (Aushubrichtlinie) und andererseit die Verwertung mineralischer Bauabfälle (siehe "Mehr zum Thema" weiter unten).

Die Kosten um Bauabfälle zu sortieren, zu verwerten, zu behandeln oder abzulagern müssen durch die Inhaberinnen und Inhaber getragen werden. 

Entsorgungsunternehmen

Rückbaustoffe und Bauabfälle werden in der Regel via Bauschutt-Aufbereitungsanlagen oder Bausperrgut-Sortieranlagen in einem ersten Schritt gesammelt, triagiert und aufgearbeitet. Danach werden einzelne Fraktionen weiter behandelt und zu neuen Produkten verarbeitet, andere werden verbrannt oder deponiert.

Unternehmen, die Abfälle entgegen nehmen und behandeln sind Abfallanlagen und brauchen ab einer bestimmten Grösse eine Bewilligung. Zusätzlich ist für bestimmte Abfälle eine spezielle Bewilligung erforderlich. Die Beurteilung (Bewilligung, Genehmigung) seitens der kantonalen Stellen wird von der Leitstelle für Baubewilligungen (KOBU) koordiniert.

Tipps & Hinweise

Die Gemeinden können eine Vorbildfunktion zur Förderung von Rückbaustoffen, z.B. der Verwendung von Recycling-Beton, übernehmen. Gemeinden können zudem verlangen, dass mit Baugesuchen ein Entsorgungskonzept nach der SIA-Empfehlung 430 vorgelegt wird.

"Bauteilnetz Schweiz" ist der Dachverband der Bauteilbörsen, bei denen gebrauchte und noch funktionstüchtige Bauteile (z.B. aus Holz) verkauft oder gekauft werden können.